Reisfest in Isola della Scala 2017

„Besuch des Reisfestes in Isola della Scala“

 

Am frühen Nachmittag des 22. Septembers brach eine kleine Gruppe von Vereinsmitgliedern zum Besuch des Reisfestes in Isola della Scala auf. Mit dabei waren unser Ehrenpräsident Edmund mit seiner Ehefrau Heidrun, Tanja und Hans-Peter Zirfas und unser Vorstandsmitglied Michael Siegwart.

Die Fahrt nach Isola della Scala erfolgte diesmal per Flugzeug. Mit Ryanair sollte es vom Hahn aus zum Flughafen Venedig Treviso gehen. Wegen der vorher angekündigten Flugausfälle war man etwas verunsichert, ob auch wirklich der Flug stattfinden würde. Wolfgang Gorgas brachte die Gruppe von Budenheim aus zum Hahn. Die Ankunft in Venedig war pünktlich. Dort wurde die Gruppe von Paolo Patuzzi empfangen. AGIT, unser italienischer Partnerschaftsverein, hatte sich einen neuen, hochmodernen Bus des Reisfestes zur Abholung geliehen. „Hochherrschaftlich“ wurde man nach Isola della Scala chauffiert.

 

Parallel zu der Gruppe hatte sich der Bürgermeister Rainer Becker mit dem Auto nach Isola della Scala auf den Weg gemacht, um neben dem Besuch des Reisfestes auch mit seiner langjährigen Partnerfamilie Bressan deren goldene Hochzeit zu feiern. Außerdem verband unser 1. Vorsitzender Claus mit seiner Ehefrau Gudrun den Besuch des Reisfestes mit einigen Tagen Urlaub am Gardasee.

 

 

Der Freitagabend stand im Zeichen von „in famiglia“. Einige Gäste gingen mit ihren Gastgebern natürlich schon einmal zum Reisfest. Das diesjährige 51. Reisfest dauert 3 und eine halbe Woche, vom 14. September bis zum 8. Oktober. Es handelt sich beim Reisfest um eines der größten Volksfeste in Europa. Von weither kommen die Reisliebhaber. Im letzten Jahr besuchte über eine halbe Million Besucher das Fest. Neben einer großen Festhalle wird immer ein großes Festzelt aufgestellt. Insgesamt verfügt man somit über ca. 7.000 Plätze. Im Schnitt besuchen pro Tag ungefähr 20.000 Personen die „Fiera del Riso“. Das Fest ist jeden Abend geöffnet, am Wochenende auch den ganzen Tag. Zum Essen gibt es natürlich hauptsächlich Risotto, aber auch viele andere Produkte, wie z. B. Pizza und Nachtische. Es gibt aber eine Einschränkung: Alle angebotenen Produkte müssen aus Reis hergestellt sein!

 

Unser Partnerverein AGIT betreibt während des Reisfestes einen Getränkestand. Dieses Jahr haben sie einen besonders guten Platz im großen Festzelt zugeordnet bekommen. Ausgeschenkt werden diverse Weine, alkoholfreie Getränke und Kaffee. Einen besonderen Rang nimmt aber der Verkauf von Bier ein. Dieses wird seit einigen Jahren vom Rheinhessen-Bräu in Mainz-Ebersheim geliefert, dieses Jahr 3.000 Liter, 60 Fässer mit je 50 Litern. Die Standbesatzung besteht aus mindestens 7 Personen, in Spitzenzeiten auch mehr. Der Betrieb des Standes stellt an den Verein eine hohe Anforderung. Während der gesamten Öffnungszeiten muss der Stand immer besetzt sein, und dieses über die 3,5 Wochen!

Für Samstag hatte sich der Vorstand für die deutschen Gäste etwas Besonderes einfallen lassen. Mit einem Kleinbus und einem zusätzlichen Auto ging es über die „Autostrada“ an das Nordufer des Gardasees. Auf dem Programm stand der Besuch des Wasserfalls in Varone, ganz in der Nähe von Riva del Garda.

 

 

 

Die Wasserfälle sind ein einzigartiges Schauspiel der Natur. Das Wasser stürzt mit einem eindrucksvollen Getöse in eine spektakuläre Schlucht im Inneren des Berges. Die von einer 90 Meter Höhe in einem Felstrichter fallende Wassermenge des Flusses Varone bildet diesen Wasserfall, den man von 2 verschiedenen Ebenen bewundern kann. Ein wirklich beeindruckendes Erlebnis.

 

 

 

Anschließend ging man gemeinsam in die Trattoria „Piè di Castella“, ein mittlerweile großes und sehr bekanntes Restaurant, das seit 1663 besteht. Dort genoss man in netter Runde eine lokale Spezialität, „Carne Salada“, Salzfleisch. Es handelt sich hierbei um gesalzenes (Rind)Fleisch, das sowohl roh als auch gekocht angeboten wird. Die Zubereitung von Carne Salada hat eine lange Tradition und entstand aus der Notwendigkeit heraus, Fleisch mit Hilfe von Salz in größeren Mengen haltbar zu machen. Zum Fleisch gab es traditionsgemäß Bohnen und Sauerkraut. Vorher gab es eine große Auswahl an Salumi, Schinken und Salami.

Gut gestärkt fuhr man, dieses Mal direkt am Ostufer des Gardasees entlang, wieder nach Isola della Scala zurück. Und dort ging es am Abend natürlich wieder zum Reisfest. Der Samstagabend ist einer der Hauptzeiten auf dem Festgelände. Auf weitläufigen Feldern parken Tausende von Fahrzeugen. Die ganze Stadt ist mit Fahrzeugen blockiert. Man muss einige Zeit aufwenden, um sein Fahrzeug parken zu können. Aber Alles ist gut organisiert.

Vor dem Festzelt stehen viele Stände, an denen man diverse Gegenstände kaufen kann: Staubsauger, Garagentore, Einbruchmeldeanlagen, Süßigkeiten, Wein, Fleisch, wirklich alles, was man brauchen kann. Man fühlt sich wie bei der Rheinland-Pfalz-Ausstellung oder dem Hochheimer Markt.

Der Lärm und die Hitze im Zelt sind extrem. Alle Plätze auf den Biertisch-Garnituren sind belegt. Überall isst man Risotto und trinkt Wein und Bier. Überall gibt es Plastik: Becher, Teller, Besteck, alles aus Plastik. Viele junge Leute helfen mit, dass das Plastikgeschirr auch wieder entsorgt wird.

Die Stimmung im Zelt ist gut, aber auch die Stimmung auf dem Stand von AGIT lässt nichts zu wünschen übrig. Konzentriert versorgt man die Gäste mit den gewünschten Getränken und kümmert sich auch noch um die deutschen Gäste. Gelegentlich kommen Biersäulen, die wir vor 2 Jahren als Geschenk mit nach Isola della Scala gebracht haben, zum Einsatz: 3 Liter Bier pro Füllung.

Im separaten Zelt hinter dem Stand von AGIT traf man sich in kleiner Runde und tauschte sich aus. Hinzu kamen auch der Isolaner Bürgermeister Stefano Canazza und der Budenheimer Bürgermeister Rainer Becker.

Am Sonntag stand der Besuch der heiligen Messe in der Kirche St. Stefano auf dem Programm. Die deutschen Gäste waren vollzählig vertreten. Der Pfarrer begrüßte an diesem Hauptsonntag des Reisfestes besonders die Mondinen. Es handelt sich hierbei um die Frauen, die in der Vergangenheit von Ende April bis Anfang Juni eingesetzt wurden, um das Heranwachsen der Reispflanzen sicher zu stellen. Eine sehr anstrengende Aufgabe. Heute gibt es in Isola nur noch 5 Mondinen. Alle anderen sind mittlerweile verstorben. Dieses Jahr hatte man sich etwas Besonders einfallen lassen. Einige zusätzliche Damen „um die 50“ hatten sich als Mondinen verkleidet, um die Gruppe zu verstärken.

Neben den Mondinen begrüßte der Pfarrer auch die Gäste aus Budenheim herzlich und wünschte den Besuchern einen schönen Besuch.

Im Anschluss an den Gottesdienst sollte die „Sfilata“ stattfinden, der große Umzug zum Reisfest, aus dessen Grund auch der Besuch aus Budenheim für dieses Wochenende geplant war. Leider war der Wettergott dieses Mal der Festgesellschaft nicht gnädig und ließ es am frühen Morgen regnen. Dies gab den Organisatoren den Anstoß, den Umzug ausfallen zu lassen und auf das folgende Wochenende zu verschieben. Somit hatte die Gruppe aus Budenheim die deutsch-italienische Fahne umsonst mit nach Italien gebracht. Sehr schade!

Nach dem Kirchgang hatte unser Präsident Claus die Gelegenheit, sich bei dem vorherigen Präsidenten von AGIT, Federico Formigaro, für die gute Zusammenarbeit während der vielen Jahre seiner Präsidentschaft zu bedanken. Als kleines Geschenk überreichte er ein Exemplar der Budenheimer Ortschronik von Heribert Schäfer und eine Flasche guten Ingelheimer Rotweins.

Anschließend war die Gruppe im Restaurant des Reisfestes zum Essen eingeladen. Neben den Mondinen haben an dem Essen auch viele „Assessori“ und „Consiglieri“ der Kommune teilgenommen. Auch der Isolaner Bürgermeister stattete der Gruppe noch einen kurzen Besuch ab. Danach ging die Gruppe auseinander und verbrachte die Zeit mit den Gastgebern.

Am Abend kam man aber wieder zusammen im Festzelt des Reisfestes. Loris Bigon hatte sich bereit erklärt, für die Gäste und Gastgeber und die Standmitarbeiter „Spaghetti Carbonara“ zuzubereiten. Im kleinen Zelt hinter dem AGIT-Stand genoss man gruppenweise das leckere Gericht und die Getränke. Nachdem das große Festzelt sich langsam leerte, gingen auch die Gäste sukzessive wieder zurück in die Familien.

Die Fluggäste wurden am Montagmittag wieder zum Flughafen gebracht und flogen zum Hahn zurück, wo sie wieder von Wolfgang Gorgas abgeholt wurden. Der 1. Vorsitzende machte sich per Auto wieder auf den Weg nach Hause, mit einem Zwischenstopp in Südtirol. Alle sind wieder gut in Budenheim angekommen.

Es war für alle Teilnehmer wieder ein sehr schönes Erlebnis, das den Teilnehmern lange in Erinnerung bleiben wird. Ein herzlicher Dank geht wieder an die Gastgeber, an den Vorstand von AGIT und deren 1. Vorsitzenden, Simone Colato. Sie hatten sich sehr viel Mühe gegeben, um das Treffen zu einem unvergesslichen Ereignis zu machen.

Claus Berg, 28.09.2017

 

 

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