Partnerschaftstreffen 2015

Partnerschaftsfest in Budenheim zum 25-jährigen Vereinsjubiläum Deutsch-Italienischer Freundeskreis feiert mit Isola della Scala

Der „Deutsch-Italienische Freundeskreis Budenheim“ (DIF) und sein italienischer Partner „Associazione Gemellaggio Italo-Tedesco“ (AGIT) feierten das 25-jährige Partnerschaftsjubiläum vom 01. – 04. Mai 2015 in Budenheim. Es war wieder soweit: Pünktlich am Freitag um 12.30 Uhr fuhr der gecharterte Bus aus Italien mit unseren italienischen Partnerschaftsfreunden an der Waldsporthalle in Budenheim vor. Das war der Start für das diesjährige Partnerschaftstreffen und gleichzeitig ein Höhepunkt innerhalb der geplanten Jubiläums-Feierlichkeiten zum 25-jährigen Vereinsbestehen des Deutsch-Italienischen Freundeskreises.

Die italienischen Partner starteten ihre Reise nach Budenheim bereits am Tage vorher, um die baden-württembergische Universitätsstadt Ulm mit ihrem gotischen Münster kennenzulernen. Mit großer Herzlichkeit und gutgelaunt begrüßten sich die beiden Partnerschaftsgruppen. Nachdem die Gäste auf die gastgebenden Familien aufgeteilt waren, stand als erster Programmpunkt am Freitag der Willkommensabend in der Waldsporthalle in Budenheim bevor.

120 Teilnehmer freuten sich auf den „italienischen Abend“. Gestaltet wurde dieser hauptsächlich durch die Gastgeschenke unserer italienischen Partnerschaftsfreunde. Roher Schinken – Prosciutto -, diverse Salami und Käse sowie weitere köstliche Essenszugaben, kombiniert mit den passenden Rot und Weißweinen regten den Appetit auf beiden Seiten an.

Der 1. Vorsitzende des Deutsch-Italienischen Freundeskreises, Claus Berg, begrüßte alle Gäste sehr herzlich, insbesondere freuten wir uns, dass Pfarrer Andreas Mager und Pastor Dr. Stefan Volkmann unsere Einladung zu diesem Abend angenommen haben. Claus Berg erinnerte in einer kurzen Retrospektive an die Anfänge dieser seit über 2 Jahrzehnten andauernden Partnerschaft.

Zur optischen Erinnerung präsentierte Vorstandsmitglied Michael Siegwart eine in mühevoller Detailarbeit erstellte DVD, in welcher sowohl die historisch wichtigsten, als auch die gesellschaftsverbindenden Ereignisse dieser Partnerschaft bildlich dargestellt wurden. Als Gastgeschenk wurde diese DVD sowohl an die italienischen Gäste als auch an die anwesenden Vereinsmitglieder übergeben.

Der 2. Begegnungstag, samstags, startete mit einem Busausflug nach Trier. Vier Stadtführer erwarteten uns am Wahrzeichen der Stadt, der antiken, römischen Porta Nigra, dem „Schwarzen Tor“, um uns einen Teil der vielfältigen Geschichte des “christlichen Triers“ nahezubringen. Intensive Erläuterungen über die Bauweise des mächtigsten, noch erhaltenen römischen Stadttores nördlich der Alpen ließen erahnen, welche Macht mit der damaligen Palastaula, der Konstantinbasilika, das römische Imperium ausdrückte und die gewaltigen, raumumfassenden Mauern noch heute demonstrieren.

Unser Rundgang führte über das nahegelegene Simeonstift, das heutige Stadtmuseum. Kunst- und kulturgeschichtliche Sammlungen der Stadt Trier geben ein Zeugnis über die wechselhafte Geschichte dieser Stadt. Ein weiterer Höhepunkt stellte ein Besuch der Basilika dar. Dieser ehemalige Palast, erbaut durch den römischen Kaiser Konstantin d. Große im 4. Jahrhundert, gehört zu den bemerkenswertesten Baudenkmälern der Spätantike. Beim Betreten des ehemaligen Sakralbaues empfindet man in Bauweise und Aura eine Ähnlichkeit mit dem Pantheon in Rom.

In der mittlerweile touristisch stark belebten Stadt führte unser Stadt- Spaziergang in das Zentrum der Altstadt. Das von einer 2000-jährigen Geschichte geprägte Stadtbild mit reizvollen Straßen und Plätzen, vielen säkularen Bauwerken und denkmalwerten Bürgerhäusern aus verschiedenen Bauepochen ist heute eine quirlige Stadt mit internationalem Publikum. Der Hauptmarkt ist Schauplatz nicht nur für das übliche Marktgeschehen, sondern auch für die historische Darstellung der abendländischen Baukultur. Als Beispiele seien genannt der Petrusbrunnen oder auch Marktbrunnen und die Steipe, ein ehemals mittelalterliches Fest- und Trinkhaus der damaligen Stadtväter.

Ein Zeichen des Marktrechtes stellt das aus Granit gefertigte Marktkreuz, römischen Ursprungs, dar. Allerdings nur in Kopie, das Original befindet sich im Stadtmuseum. Nennenswert ist auch die Marktkirche, St. Gangolf, die in ihrer Architektur die wechselvollen Bauepochen zeigt. Die sehenswerten Fachwerk- und Bürgerhäuser, zahlreiche Geschäfte und Gastronomie, rund um den Marktplatz angesiedelt, sowie individuelle unterhaltsame Darbietungen erzeugen ein reizvolles Ambiente und laden zum Verweilen ein.

Doch unsere Stadtbesichtigung ist noch nicht zu Ende. Unser Weg führt uns zur Liebfrauenkirche. Der gotische Kirchenbau erinnert in Anlehnung an die französische Kathedrale in Reims. Der römische Dom ist der Abschluss unserer Erkundigungen; hier wird auch die Reliquie „der heilige Rock“ aufbewahrt.

Bis zur nachmittäglichen Weiterfahrt zum Besuch des Klosters Machern bei Bernkastel-Kues konnte die Zeit individuell mit den italienischen Freunden gestaltet werden. Auch unsere Gäste waren von der Historie und der Atmosphäre der Stadt Trier begeistert. Der Tagesausklang fand in der Klosterbrauerei des ehemaligen Zisterzienserklosters statt. Neben den Brauereigasträumen sind Ausstellungsräume für ein Puppen- und Blechspielzeugmuseum integriert sowie eine sehenswerte Präsentation von zahlreichen Ikonen aus Russland, Rumänien und Äthiopien.

Traditionsgemäß traf man sich am Sonntagvormittag zum Messebesuch in der Dreifaltigkeitskirche in Budenheim. Pfarrer Andreas Mager integrierte den Besuch der italienischen Gäste in das Programm seines Gottesdienstes ein und begrüßte mit sehr herzlichen Worten unsere italienischen Freunde, welche unser ehemaliger Vorsitzende, Erich Messner, in die italienische Sprache übersetzte. Ein weiteres Zeichen der Zusammengehörigkeit zeigten die vorgebrachten Fürbitten, abwechselnd gesprochen von heimischen und italienischen Messebesucher.

Beim anschließenden „Kirchenfrühschoppen“ wurde noch manch näherer Kontakt geknüpft. Bis 17.00 Uhr konnten die Gastgeber die Zeit in privater Atmosphäre mit ihren Gästen verbringen. Dann war Abfahrt nach Gensingen. Im Restaurant „Sutter’s Landhaus“ fand der offizielle Partnerschaftsabend statt. 131 Teilnehmer erfreuten sich über den wunderschön geschmückten und mit beiden Nationalfahnen dekorierten Festsaal. Das neu gewählte Budenheimer Blütenhaus mit Blütenkönigin Jana Fischer und den beiden Blüten- Prinzessinnen Celine Freitag-Veyhelmann und Maria Yatraki nahmen auch an der Festveranstaltung teil und übermittelten ein Grußwort in deutscher und italienischer Sprache.

Der Sektempfang wurde musikalisch untermalt von ÖkuBrass, eine Bläserformation aus Budenheim, unter der Leitung unseres DIF-Mitgliedes Hans-Peter Zirfas. Nach der servierten Suppe begann der offizielle Teil des Partnerschaftsfestes. Vorsitzender Claus Berg, DIF, ließ in deutscher und italienischer Sprache die Entwicklung der Partnerschaftsanfänge bis heute Revue passieren.

Der stellvertretende Vorsitzende der AGIT, Vittorio Morandini, betonte in seiner Ansprache ebenfalls die Bedeutung dieser Zusammenkunft im Sinne des europäischen Gedankens. Herzlich Begrüßungsworte überbrachte Bürgermeister Rainer Becker an die Festgesellschaft mit dem Hinweis, dass auch ihm die Weiterentwicklung dieser Partnerschaft sehr am Herzen läge. Abschließend sprach die Vertreterin der Kommune Isola della Scala, Paola Perobelli, die Wünsche aus für eine weiterhin prosperierende Partnerschaftsentwicklung.

Die Kapelle „Duo Happiness“ entfachte mit ihrem musikalischen Programm ein Feuerwerk von deutschen und italienischen Hits. Die Tanzfläche wurde begeistert gestürmt von „ Jung und Alt“. Erfreulich war bei diesem Treffen auch die Teilnahme von zahlreichen Kindern und Jugendlichen, die somit ihre Ebene zum Feiern gefunden haben.

Am Montag hieß es Abschied nehmen. Herzliche Umarmungen, das Übermitteln guter Wünsche und es erklang ein fröhliches “Arrivederci, ci vedremo l’anno prossimo“ bis zum Wiedersehen im nächsten Jahr in Isola della Scala

 

Hannelore Weeber

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